Heute ist Käsekuchentag

In Schweden wird am 14. November jedes Jahr der Käsekuchentag gefeiert und dann gibt es auf den Tischen in vielen Haushalten leckeren Käsekuchen. Der rechte Zeitpunkt also, um einmal die lukullischen Köstlichkeiten aus „meinem“ Schweden entsprechend zu würdigen. Auf den Käsekuchen komme ich dann später noch zurück …

Wenn ich in Schweden einkaufen gehe, dann sind diese Produkte unbedingt in meinem Einkaufswagen. Hier also meine Top 10 der schwedischen Lebensmittel:

10. Ekströms Nyponsoppa (Hagebuttensuppe)
9. Marabou Twist (Konfekt)
8. Falcon Extra Brew (Bier)
7. Ekströms Blåbeersoppa (Heidelbeersuppe)

6. Polkagrisar

Polkagrisar ins Deutsche übersetzt heisst „Polkaschweinchen“. Warum jetzt die klebrig-süssen Zuckerstangen aus Gränna ausgerechnet den Namen „Polkaschweinchen“ haben, das konnte mir bislang noch kein Schwede so richtig erklären. Sei’s drum … Die Polka tanzenden Schweinchen kennt jedenfalls jeder Schwede.

Im småländischen Städchen Gränna, idyllisch am Vätternsee gelegen, kann man in den kleinen Handwerksbetrieben bei der Herstellung der godis (=Süßigkeiten) zusehen. Es gibt mittlerweile Polkagrisar in vielen Farben und Geschmäckern, auch als Bonbons, Lutscher … Aber die echten, traditionellen Zuckerstangen sind rot und weiß gestreift und schmecken nach Pfefferminz.

5. Lätt och Lagom

Findet man hierzulande ja erst in den letzten Jahren in den Kühlregalen der Supermärkte, gehört in Schweden aber schon immer auf den Frühstückstisch: gesalzene Margarine. Von der Marke Bregott gibt es sogar verschiedene Abstufungen: normal, mittel und extra.

Meine bevorzugte Margarine ist aber Lätt och Lagom. Wobei Margarine jetzt nicht ganz richtig ist. Vielmehr handelt es sich um ein Streichfett. (Wer hat sich eigentlich um Himmels Willen diese ganzen neuen Bezeichnungen ausgedacht – Streichfett, Fruchtaufstrich, Cerealien … warum heißen die Dinge nicht mehr so, daß man weiß, was gemeint ist? Aber ich schweife ab …) Lätt och Lagom ist ein Streichfett, mit Rapsöl verfeinert und einem hohen Milchanteil, was den guten Buttergeschmack erzeugt. Und leicht gesalzen. Genau lagom halt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, daß schwedisches Brot sehr häufig einen eher süssen Geschmack hat. Das verstehe dann einer …

Lagom ist übrigens so ein typisch schwedischer Ausdruck, es gibt eigentlich keine echte Übersetzung ins Deutsche dafür. Lagom ist auch eher eine Einstellung zu Dingen. Lagom bedeutet in etwa genau richtig, nicht zu viel und nicht zu wenig. Wenn etwas lagom ist, dann ist das auch meist positiv gemeint – nicht zu verwechseln mit dem im Deutschen gebräuchlichen Ausdruck „geht so“.

4. Estrella Dillchips

Der doch etwas andere Chipsgeschmack. Vielleicht hat der eine oder andere diese klassische schwedische Chipsvariation auch schon mal probiert, gibt’s nämlich auch hierzulande, und zwar bei IKEA.

Jedes Land hat ja so seine eigenen (um nicht zu sagen: eigenwilligen, man denke nur an die fürchterlichen Essig(!!)-Chips aus England) Chipskreationen, und diese hier ist schon eine besondere geschmackliche Erfahrung für uns Chipsliebhaber.

Die Dillchips von Estrella sehen ungewöhnlich aus (grünlich) und schmecken, für unsere „deutschen“ Geschmackserfahrungen, auch ungewöhnlich – wenig überraschend nach Kräutern. Eben nach Dill, aber auch Schnittlauch und Petersilie. Und zwar recht intensiv. Deshalb sollte man auch nicht zu viel auf einmal davon essen …

Aber unbedingt von Estrella, denn die sind die Besten!

3. Kalles Kaviar

Jeder Schwede kennt das schlichte, minimalistische, seit seiner Einführung in 1954 nahezu unveränderte Design der Tube von Kalles Kaviar. Kalles Kaviar ist jetzt nicht unbedingt Kaviar wie man ihn eigentlich erwartet. Vielmehr handelt es sich um einen orange-rosa-farbenen Brotaufstrich aus Dorschrogen, salzig, entweder so auf’s Brot oder zu gekochten Eiern. Man mag Kalles Kaviar, oder eben nicht. Für mich ein Muss! Mittlerweile gibt es neben dem Original noch eine Vielzahl unterschiedlicher Geschmacksrichtungen.

In Schweden gibt es übrigens fast alles in Tuben. Aber eine steht über allen: die von Kalles Kaviar.

2. Fjällbrynt Messmör

Molkenschmierkäse – das klingt jetzt erstmal nicht so wirklich lecker. Und aussehen tut es auch nicht so richtig appetitlich. Aber dennoch meine Empfehlung: unbedingt mal probieren, wenn man die Gelegenheit dazu hat.

Die Braunkäsevariante aus dem schwedischen Jämtland hat einen vanille-karamellartigen Geschmack. Ist also eher süß, aber gleichzeitig dann auch wieder herzhaft – jedenfalls ziemlich einzigartig. Ich liebe Messmör!

Und ausserdem mag Helena Jonsson Messmör. Und wenn Helena Jonsson das sagt, dann esse ich sogar Surströmming. Vielleicht …

1. Frödinge Ostkaka

Spätestens seit den Geschichten von Michel aus Lönneberga (der in Schweden übrigens Emil heißt) wissen wir, daß der småländische Ostkaka etwas ganz besonderes sein muss.

Käsekuchen ist eigentlich auch kein Käsekuchen, sondern vielmehr ein saftiges und nahrhaftes Quark-Gericht mit langer Tradition. Früher gab es sogar regelrechte Käsekuchen-Wetbewerbe in Småland.

Zubereitet wird er nach bewährten Bauernrezepten aus der guten alten Zeit – aus Milch, Eiern, Sahne, Zucker und Mehl. Der bekannteste – und meiner Meinung – auch leckerste kommt von der Traditionsfirma Frödinge aus der Nähe von Vimmerby.

Ostkaka ist DER perfekte Nachtisch, geht aber auch alleine als komplette Mahlzeit durch, wie gesagt: ist sehr nahrhaft. Am Besten schmeckt Ostkak lauwarm mit Schlagsahne und frischen Früchten.

Ach, wäre ich doch jetzt in Schweden. Denn heute ist Käsekuchentag!

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